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# Mietwagen Island: Buchung, Tipps und Ablauf

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Im Vorfeld hatte ich soviel über Mietwagen, Versicherungen, Schäden und Abzocke in Island gelesen, dass ich total verunsichert war. Brauche ich wirklich einen Mietwagen? Welche Versicherung ist mit eingeschlossen? Welche Versicherung braucht man noch? Was ist mit den Kosten? Muss es ein Allrad-Mietwagen sein?

Letztendlich wollte ich aber nicht auf die Unabhängigkeit verzichten die ein Mietwagen bietet und habe mich durch den Angebots-Dschungel gekämpft.

Mit dem Mietwagen Island erkunden – Informationen zur Buchung

Nach diversen Preisvergleichen zwischen den großen und lokalen Anbietern, habe ich mich für einen lokalen Anbieter entschieden und über die Webseite Guidetoicland meinen Mietwagen gebucht.

Folgende Kriterien waren dabei ausschlaggebend:

Die enthaltenen Versicherungendie unbegrenzten Kilometer, der kostenlose Transfer vom Flughafen zu dem Büro der Mietwagen-Firma und der Preis. Bei den Versicherungen habe ich mich für ein „Nummer sicher“-Paket entschieden und den Anbieter gewählt, der auch eine Reifenversicherung mit anbietet.

Als Fahrzeug habe ich mich für die günstigste Variante des Anbieters – einen Toyota Aygo entschieden. Der Vorteil bei der kleinsten Mietwagenklasse ist, außer dem Mietpreis, auch der wenige Verbrauch. Nachteil hingegen ist ganz klar der fehlende Komfort. Da wir aber nur 4 Tage in Island waren, war das zu verschmerzen.

Unser Mietwagen in Island - ein Aygo

Unser Mietwagen in Island – ein Aygo

Versicherungen und Abkürzungen

Die CDW (Collision Damage Waiver) ist die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung sowie die Vollkaskoversicherung und ist im Mietpreis inklusive. Die Selbstbeteiligung ist aber sehr hoch. Für Fahrzeuge mit Zweiradantrieb:  350.000 ISK (ca. 2.920 €) und für Allrad-Fahrzeuge (4×4) 450.000 ISK (ca. 3.750 €) für Allrad-Fahrzeuge.

Folgende Zusatzversicherungen kannst du mit abschließen:

SCDW (Super Collision Damage Waiver) – Haftpflicht- Vollkaskoversicherung mit reduzierter Selbstbeteiligung auf 150.000 ISK (ca. 1.250 €).

Nicht abgedeckte Schäden (Haftungsausschluss):

  • Fahren unter Drogen-/Alkoholeinfluss
  • Asche- und Sandsturm Schäden
  • Schäden durch Fahrten durch Wasser (Flussüberquerungen)
  • Schäden an Rädern, Reifen, Felgen und dem Fahrwerk
  • Unterbodenschäden und Schäden an der Frontscheibe/- und Scheinwerfer
  • eine genaue Auflistung steht auf der Rückseite eures Mietvertrages

GP (Gravel Protection) – Steinschlagversicherung für die Karosserie und Frontscheinwerfer ohne Selbstbeteiligung.

SADW (Sand & Ash Damage Waiver) –  Sand- und Aschesturmversicherung mit einer Selbstbeteiligung von 150.000 ISK (ca. 1.250 €).

WP (Windscreen Protection) – Versicherung der Windschutzscheibe, Selbstbeteiligung 14.000 ISK (ca. 115 €).

TP (Theft Protection) – Diebstahlversicherung. Ist aber in Island eher nicht notwendig.

TI (Tire Ensurance) – Reifenversicherung (Schäden an Felgen und Schäden durch Off-Road Fahrten sind nicht abgedeckt).

PIP (Premium Insurance Package) – eine Kombiversicherung aus den verschiedenen Versicherungen. Hier bitte genau nachschauen, was dabei ist, oft wird zum Beispiel die Reifenversicherung nicht mit angeboten.

Warum kein 4×4?

Es kommt immer auf die Jahreszeit drauf an und was man vorhat. Wir waren im Oktober auf Island und hatten von Anfang an nicht vor zu den Gletschern, ins Hochland oder eine F-Straße zu befahren (F steht für Fjallvegur, dies bedeutet Bergstraße). Die Sehenswürdigkeiten wie der Þingvellir Nationalpark, Geysir, Gullfoss und so weiter liegen alle an oder in der Nähe der Ringstraße und diese ist sehr gut ausgebaut und mit jedem Fahrzeug ganz normal zu befahren. Des weiteren hatten wir auch keinen Schnee. Im Winter würde ich, wegen den Witterungsverhältnissen, lieber auf Nummer sicher gehen und mich für ein Allradfahrzeug entscheiden.

Mietwagen Übergabe

Aus Platzgründen sind nur die großen, bekannten Mietwagenfirmen direkt am Flughafen vertreten. Die meisten kleineren, lokalen Anbieter haben ihren Sitz in Keflavik und bieten einen (kostenlosen) Hol- und Bringservice vom/zum Flughafen an. Die Fahrtzeit beträgt dabei nicht mehr als 5 Minuten.

Nachdem wir am Flughafen eingesammelt worden sind, ging die Übergabe recht schnell von statten. Wir haben den Vertrag unterschrieben, das Navi in Empfang genommen, das Auto gemeinsam auf Schäden untersucht und los ging unser Island-Trip.

Wichtig: die Mietwagenkaution kann nur mit Kreditkarte hinterlegt werden. Diese wird von eurer Karte abgebucht und nach der Fahrzeugrückgabe wieder gutgeschrieben.

Die Rückgabe unseres Aygo’s erfolgte morgens um 4.00h ebenso problemlos. Der Mitarbeiter war zwar ein paar Minuten zu spät, war aber nicht weiter tragisch. Er untersuchte das Fahrzeug auf Schäden, nahm den Schlüssel entgegen und fuhr uns dann zum Flughafen.

Tanken

In und um Reykjavik kann man an den meisten Tankstellen während den Öffnungszeiten zum Bezahlen in das Geschäft gehen, sobald man etwas außerhalb ist, gibt es fast nur noch Selbstbedienungstankstellen, hier benötigt man zum Tanken eine Kreditkarte und den vierstelligen PIN. Obwohl das Tankstellennetz eigentlich sehr gut ausgebaut ist, empfehle ich euch nie den Tank komplett leer zu fahren und immer rechtzeitig eine Tankstelle aufzusuchen (im Hochland gibt es keine Tankstellen).

An der Zapfsäule:

Diesel = Diesel
Benzin = Blýlaust bensín
Super Plus = 98
Super = 95

 

Zum Tanken braucht ihr unbedingt eine Kreditkarte mit vierstelligen PIN.

 

 Weitere Tipps/Informationen:

  • In Island gilt Rechtsverkehr
  • Es gibt wie bei uns die Anschnallpflicht, außerdem sollte man auch tagsüber mit Licht fahren.
  • Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts: 50km/h, außerorts 90 km/h, Schotterstraßen 80 km/h
  • Mindestalter um ein Fahrzeug zu mieten: 20 Jahre und man muss mindestens seit einem Jahr im Besitz des Führerscheins sein
  • Miete ein Navigationsgerät mit
  • Längere Fahrten machen müde, wenn ihr zu zweit reist macht es Sinn einen weiteren Fahrer dazu zu buchen

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