1 In Deutschland/ Tauchen

# PADI Freediver Kurs mit Christian Redl (Weltrekordler im Freitauchen / Apnoe)

PADI Freediver Brevet

Freitauchen ist eine wirklich faszinierende Sportart und die älteste Form des Tauchens. Laut Wikipedia gab es schon in der Steinzeit Apnoetaucher. Mein Interesse wurde geweckt als ich mit dem Gerätetauchen angefangen habe und bei einem Ausflug ins Indoortauchcenter „Dive4Life“ die Apnoe-/Freitaucherin Doris Hovermann beobachten konnte, wie sie mit einem Atemzug grazil die 20 Meter des Tauchbeckens hinab und wieder herauf getaucht ist.

Der PADI Freediver Kurs dauert ein Wochenende und auf dem Programm stehen: statisches Tauchen, Streckentauchen und Atem- und Entspannungstechniken. Der Kursleiter Christian Redl hält bereits einige Weltrekorde im Freitauchen, unter anderem in der Disziplin „Freitauchen unter Eis“ und bildet bereits seit 1999 Freitaucher aus.

Freedive, Freitauchen, Apnoe sind drei Begriffe die alle die gleiche Sportart bezeichnen

PADI Freediver Kurs – der Ablauf:

(Update 2017: PADI hat die Freediver Kurs-Struktur inzwischen etwas umgestellt, Freiwassertauchgänge zum Beispiel müssen nur noch bis 10m absolviert werden)

Tag 1 (Freitag) – Tauchschule

Erstes, kurzes Treffen in der Tauchschule mit einer Einführung zu dem Thema Freitauchen und dem Kursablauf. Im Anschluss wurde noch, die Leihausrüstung zusammengestellt. Ich habe meine vorhandene Gerätetauch-Ausrüstung für den Kurs genutzt. Diese ist zwar nicht optimal für das Freitauchen (hier geht’s zum Thema Ausrüstung), aber dennoch verwendbar.

Tag 2 (Samstag) – Schwimmbad

Alles beginnt im Pool, so auch das Freitauchtraining. Von 9:00 – 16:00h waren wir im Hallenbad und haben geübt.  Als erstes haben wir ein wenig Theorie besprochen und diese im Anschluss gleich in die Praxis umgesetzt. Die erste Übung war Zeittauchen (Static),  das heißt mit einem Atemzug so lange wie möglich mit dem Gesicht unter Wasser zu bleiben. Bei meinem ersten Versuch lag ich bei etwa einer Minute.

Das Versprechen von Christian Redl: am Ende dieses Kurses verdoppelt ihr eure Anfangszeit!

In der Regel atmen wir nur sehr flach über den Brustkorb. Wir nutzen unser Lungenvolumen nicht vollständig und wir atmen zu kurz aus. Im theoretischen Teil haben wir gelernt was eigentlich genau der Atemreflex ist, wo dieser sitzt und wie man es schafft ihn zu unterdrücken bzw. hinaus zu zögern, man erfährt die Unterschiede zwischen Bauch-, Brustkorb- und Flankenatmung und warum Entspannung für die Atmung wichtig ist. Falsche Atmung, wie zum Beispiel Hyperventilation kann eine Ohnmacht – auch Black-Out genannt – auslösen, dies kann im schlimmsten Fall für den Freitaucher tödlich enden.

Wie beim Gerätetauchen gilt auch beim Freitauchen: niemals alleine die Übungen ausprobieren oder ohne zweiten „Mann“ ins Wasser gehen.

Zurück zur Praxis – mal gucken, ob Christian Redl wirklich Recht behält… geglaubt habe ich es nicht. Bei den ersten drei Zeitversuchen lag ich gerade mal bei 01:38 Min., aber dann! Beim vierten Versuch schaffte ich für mich sagenhafte 02:12 Minuten die Luft anzuhalten! Dennoch kein Vergleich zu anderen Kursteilnehmern, einige kamen auf über drei bis hin zu unglaublichen vier Minuten! Spitzenleistung von allen und Christian hat Recht behalten!

Nachdem alle Teilnehmer mit verdoppelter Bestleistung aus dem Wasser waren, haben wir die Freitauch-Ausrüstung kennengelernt und worin die Unterschiede zu der Gerätetauchausrüstung liegen. Die Unterschiede könnt ihr hier nachlesen.

Apnoe Flossen von Mares

Apnoe Flossen von Mares

Als nächste Übung stand dann Streckentauchen (Dynamic) an. Dies bedeutet mit einem Atemzug so viele Bahnen zu ziehen wie möglich, dabei kommt es auf die richtige Atem- UND Flossentechnik an. Beides haben wir vorher in der Theorie ausprobiert bzw. besprochen.

Ich habe mit einem Atemzug und meinen Gerätetauchflossen 1,5 Bahnen geschafft, das entspricht ca. 37,5m. Kein Weltrekord, auch keine Kursbestleistung, jedoch spielt diese Zahl mental eine wichtige Rolle! Christian Redl hat uns gezeigt, dass wenn man in der Lage ist 37,5m horizontal zu tauchen, dann ist man auch in der Lage 37,5m vertikal zu tauchen! Es ist die gleiche Strecke! Es ist alles nur Kopfsache!

Welche Rolle die „Kopfsache“ spielt, konnten wir am zweiten Tag des Kurses erfahren – es ging in die Tiefe!

Tag 3 (Sonntag) – Freitauchen im See

Bei strahlenden Sonnenschein und angenehmen 24 Grad Außentemperatur hieß es am Sonntag am Baggersee Diez „ab in die Tiefe“. Ohne großes Tamtam haben wir 2 Gruppen gebildet und sind nacheinander mit Christian in den See zum Tieftauchen.

Baggersee Diez

Erste Herausforderung – 8 Meter

Als erstes legt man sich auf die Wasseroberfläche mit dem Gesicht nach unten und atmet über den Schnorchel ein und aus. Der letzte Atemzug vor dem Abtauchen ist der Wichtigste, dann den Schnorchel aus dem Mund nehmen und vertikal am Bojenseil entlang nach unten tauchen. Die richtige Abtauchtechnik spielt dabei eine große Rolle, ebenso sich mit dem Druckausgleich vertraut zu machen. So arbeiten wir uns Tauchgang für Tauchgang an die 8 Meter Marke heran.

Zweite Herausforderung – 16 Meter

Der gleiche Ablauf wie bei den 8 Metern. Man muss bedenken, dass man als Freitaucher pro Sekunde einen Meter zurück legt, dass wären bei 16 Meter nur 32 Sekunden – ein Klacks!

Versuch die 16m zu erreichen

Leider nicht ganz – die Sicht im See war sehr trüb und es hat mich wirklich Überwindung gekostet, Kopfüber ins Nichts zu tauchen. Dies macht zwar auch die Faszination für diesen Sport aus, die 16 Meter habe ich aber nicht ganz erreicht.

Zusammen gefasst:

Es war eine aufregende Erfahrung bis an die Grenzen des Atemreflexes zu gehen. Das zeigt mal wieder, dass unser Körper nicht nur in der Lage ist bestimmte Leistungen abzurufen, sondern schafft es auch noch diese in so kurzer Zeit zu steigern. Der Kurs hat wirklich Spaß gemacht und ich würde es gerne weiter machen. 02:12 Minuten?! Da geht noch mehr! 😉

Wer sich für das Thema Freitauchen interessiert und nicht gleich einen PADI Freediver Kurs buchen möchte, sondern sich erst einmal ein wenig in die Theorie einlesen möchte, der kann gerne mal einen Blick in das Buch „Freitauchen“ von Christian Redl werfen. Wir haben es im Rahmen des Kurses als Lehrmaterial erhalten.

1 Comment

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    # Die richtige Ausrüstung für das Frei- / Apnoetauchen - Logbuch-Travelblog
    14. Juli 2016 at 9:58

    […] Rahmen des Kurses hatten wir die Möglichkeit das Apnoe-Sortiment der Firma Mares zu […]

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