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# Silfra Spalte – Tauchen zwischen den Kontinentalplatten

Titelbild Silfra

Die Silfra-Spalte in Island liegt im Thingvellir-Nationalpark, ca. 40 Minuten mit dem Auto von Reykjavik entfernt. Hier treffen die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aufeinander bzw. driften hier auseinander, jedes Jahr erweitert sich die Spalte um ein paar Millimeter. Dies ist der einzige Ort weltweit, wo man zwischen den beiden Kontinentalplatten tauchen und schnorcheln gehen kann. Das Wasser ist Schmelzwasser aus einem entfernten Gletscher und hat durch die jahrelange Lavastein-Filterung Trinkwasserqualität. Aufgrund dessen und dadurch, dass das Wasser auch sehr kalt ist (wir hatten 3 Grad Wassertemperatur) beträgt die Sichtweite bis zu 100 Meter. Fische sind hier aber kaum anzutreffen.

Als ich im Mai 2016 meinen Trockentauchkurs gemacht habe, habe ich nicht  damit gerechnet fünf Monate später die zwei kältesten Tauchgänge meines Lebens zu absolvieren.

Bestes Verkehrsschild ever

Bestes Verkehrsschild ever

Silfra Spalte – Tauchen zwischen den Kontinentalplatten

Dieser Ort zählt zu den besten Tauchspots weltweit, denn hier treffen die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aufeinander.

Silfra Spalte

Silfra Spalte

Die Buchung

Gebucht habe ich die Tauchgänge auf www.dive.is und staunte nicht schlecht – umgerechnet ca. 360€ (inkl. VISA Auslandsgebühr) wurden fällig. Das ist schon sehr teuer, aber wenn sich die Gelegenheit schon mal bietet, muss man sie auch nutzen. Im Preis inbegriffen ist die Abholung am Hotel oder der Unterkunft, zwei Tauchgänge, das komplette Equipment inklusive Trocki und Unterzieher sowie die Verpflegung mit Keksen und heißer Schokolade zwischen den Tauchgängen.

Voraussetzung ist ein Trockentauchbrevet oder min. 10 geloggte und von einem Instructor bestätigte Trocki-Tauchgänge.

Vor dem Tauchen

Gleich morgens um 8 Uhr wurde ich wie versprochen direkt an der Haustür unserer Unterkunft in Reykjavik abgeholt. Nachdem alle Teilnehmer (insgesamt 4 mit diesem Bus) eingesammelt wurden, ging es los in den Thingvellir-Nationalpark. An diesem Tag war das Wetter richtig isländisch – es hat geschüttet und gestürmt, aufgrund dessen hielten wir das erste Briefing im Van ab. Anschließend wurden wir mit Gästen aus einem zweiten Van in zwei Gruppen aufgeteilt, wir waren in unserer Gruppe 3 Personen plus Guide.

Parkplatz mit Umkleide

Parkplatz mit Umkleide

Nach dem Briefing bekamen wir auch unser Equipment, bestehend aus: Unterzieher, Trocken-tauchanzug, Haube, Handschuhe, Lungenautomat, Jacket, Vollgummi-Gerätetauchflossen, Flasche und Blei. Ich hatte meine eigene Maske und meinen Computer dabei. Die Qualität der Ausrüstung war tadellos, nur die Halsmanschette an meinem Trocki war zu weit und wurde mit einem Gummiband enger gemacht/angepasst. In voller Montur geht es dann vom Parkplatz aus ein paar Meter zum Bleicheck an die Einstiegsstelle.

Einstiegsstelle

Einstiegsstelle

Der erste Tauchgang

Ich war sehr aufgeregt, zum Teil aus Vorfreude, zum anderen weil es für mich auch eine komplett neue Erfahrung war in so kaltem Wasser zu tauchen. Wir sollten beim ersten Tauchgang die Kamera lieber im Fahrzeug lassen, um uns besser auf das Tauchen konzentrieren zu können und daran habe ich mich auch gehalten.

Gleich nach dem Abtauchen merkt man sofort wie das kalte Wasser am Kopf schmerzt (Gehirnfrost!), die Lippen bitzeln bevor sie taub werden und die Finger werden innerhalb kurzer Zeit und trotz den 7mm dicken Neopren-Handschuhen eiskalt.

Tipp: am Besten die Hände so gut wie gar nicht bewegen, damit das vom Körper erwärmte Wasser in den Handschuhen verbleibt, aber nach 30 Minuten merkt man die Finger trotzdem kaum noch.

Es fiel mir am Anfang schwer mich auf die Umgebung zu konzentrieren, da zu dem extrem kalten Wasser auch noch Probleme mit meinem Anzug dazu kamen. Als ich meinen Kopf drehte, um nach meinem Buddy zu schauen lief mir das eiskalte Wasser über den Nacken in den Anzug. Die Halsmanschette war trotz des extra Gummibandes anscheinend immer noch zu weit. Es war zum Glück nicht viel Wasser, aber es hat die Situation noch unangenehmer gemacht.

Wir tauchten sehr flach über das Geröll an der Einstiegsstelle hinweg und dann runter auf eine Tiefe von 14 Metern, zwischen den Kontinentalplatten entlang und anschließend links hoch zur Lagune. Diese hat eine maximale Tiefe von 5 Metern und hier befindet sich auch der Ausstieg.

Nach 30 Minuten war der erste Tauchgang zu Ende und ich war echt froh, aus dem Wasser zu kommen.

Beim Ausstieg merkt man erst mal  wie warm sich 8 Grad Außentemperatur anfühlen können. Die Erleichterung aus dem kalten Wasser zu kommen hielt nur kurz,  denn der Weg von der Ausstiegsstelle zurück zum Parkplatz beträgt 400-500 Meter. Mit 10kg Blei, Flasche und eiskalten Füßen (gefühlt tot, trotz 3 Paar Skisocken) war der Rückweg so was von anstrengend, dass ich heilfroh war, als wir endlich wieder im Bus saßen und eine Tasse heiße Schokolade bekamen.

Ausstiegsstelle

Ausstiegsstelle

Nach einer kurzen Pause ging es auf zum zweiten Tauchgang. Dieses mal waren wir nur noch zu zweit plus Guide. Dem dritten aus unserer Gruppe war´s zu kalt.

Der zweite Tauchgang

Nachdem ich nun wusste, was auf mich zukommt und mein Anzug komplett dicht war, hat der zweite Tauchgang viel mehr Spaß gemacht. Ich konnte mich in Ruhe umschauen, die Umgebung auf mich wirken lassen und ich hatte die GoPro dabei (Videos folgen noch). Auch das berühmte Foto, wie man beide Kontinentalplatten berührt haben wir hier geschossen.

Zwischen den Kontinentalplatten

Zwischen den Kontinentalplatten

Es ist so wirklich beeindruckend zu wissen, dass man gerade zwischen zwei Kontinentalplatten taucht und die Sicht war auch trotz des miesen Wetters super.

Der Guide hatte beim zweiten Tauchgang auch eine Kamera dabei und machte Fotos von uns, die wir später (auch mit Kreditkarte) abkaufen konnten. Ich glaube es waren 30€ und die Bilder sind so cool:

Zusammen gefasst:

Wenn ihr die Möglichkeit habt, geht dort tauchen. Ich bin froh, dagewesen zu sein und diese Tauchgänge gemacht zu haben, aber ich würde nicht nochmal dort tauchen gehen. Mir war es schlichtweg zu kalt.

Für Nichttaucher:

Du hast natürlich auch die Möglichkeit dort nur zu schnorcheln. Für die Schnorcheltour werdet ihr auch mit einem Trockentauchanzug ausgestattet, das bedeutet, dass nur euer Kopf und die Hände nass werden. Im  Die Tour kannst du zum Beispiel hier* buchen.

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6 Comments

  • Reply
    christine unterwegs
    16. August 2017 at 16:43

    Ich bin demnächst in Island und überlege noch, ob ich den Tauchgang machen soll oder nicht… Einerseits reizt es mich irrsinnig, andererseits hasse ich Tauchgänge bei solchen Temperaturen. Als ich das letzte Mal in so kaltem Wasser (in einem Gebirgssee in Österreich) tauchen war, konnte ich meinen Anzug nicht mal mehr alleine ausziehe, weil meine Finger so taub waren 😉 Ich denke, ich werde das spontan vor Ort entscheiden!

    • Reply
      Sandra
      16. August 2017 at 18:25

      Das wird dir hier leider genau so gehen, es ist einfach bitter kalt, ABER es ist auch ein mega cooles Erlebnis 🙂
      Wenn man nicht tauchen möchte, kann man dort aber auch im Trockentauchanzug schnorcheln gehen.
      Erzähl dann mal wie du dich entschieden hast 🙂

  • Reply
    Stephan
    22. Juni 2017 at 5:05

    wow schöne Fotos und eine gute Beschreibung

    Definitiv ist das noch ein Traum von mir einmal dort zu tauchen 😊

    • Reply
      Sandra
      26. Juni 2017 at 6:25

      Hi Stephan, danke für deinen netten Kommentar und hoffentlich erfüllt sich dein Traum ganz bald 🙂
      LG, Sandra

  • Reply
    Jessica
    17. März 2017 at 18:10

    WOW, das klingt ja echt interessant und die Bilder sind wirklich total cool. Ich tauche zwar nicht, aber vielleicht gehen wir dort schnorcheln, wenn wir in Island sind. Danke für den schönen Bericht.

    • Reply
      Sandra
      20. März 2017 at 10:34

      Hallo Jessica, freut mich, dass er dir gefällt. Berichte doch mal wie es war, wenn ihr dort schnorcheln geht. VG, Sandra

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